Medienberichte zum Fall Felix Heger
Der Fall um den vermissten Jungen Felix Heger (siehe Fahndungsaufruf) ist seit dem Jahre 2006 Thema zahlreicher Berichterstattungen in den Medien. Nachstehend wird nur ein kleiner Auszug aus den entsprechenden Berichterstattungen veröffentlicht. Für weitere Presseberichte besuchen Sie bitte die offizielle Homepage www.felix-info.net

Fernsehreportage des ZDF, Aktenzeichen XX, Ausstrahlung am 30.03.2011
.
.
Schwetzinger Zeitung 05.01.2010 (schlecht lesbar? Leseabschrift im Anschluss)

...........................................................................................................................
Was geschah mit dem kleinen Felix nach dem 6. Januar 2006?
Interview: Seit Dreikönig 2006 gibt es keine Spur von dem heute knapp siebenjährigen Felix - Anwalt Alexander Moser über dessen Schicksal und das von Felix' Vater
Anwalt: Heger Opfer eines Verbrechens?
Von unserem Redaktionsmitglied Markus Wirth
Oftersheim. Die Zeit, heißt es, heilt alle Wunden. Nur manche dieser Wunden sind zu tief, als dass sie Linderung erfahren könnten. Zu tief sitzt der Schmerz, zu groß ist die Ungewissheit - wie etwa bei Maria und Johann Schmitz. Morgen ist es vier Jahre her, seit die seit vielen Jahren in Schwetzingen lebende Rheinländerin und ihr Mann ihren Enkel Felix letztmalig gesehen haben. Seit dem Dreikönigstag 2006 ist er spurlos verschwunden, was mit ihm geschah und ob er noch lebt, ist bis zum heutigen Tag nicht klar. Im Interview mit unserer Zeitung untermauert der mit dem Fall betraute Rechtsanwalt Alexander Moser aus Baden-Baden seine Thesen, die, anders als bislang, nicht von einem Selbstmord des Vaters von Felix ausgehen, sondern von einem Verbrechen.
Herr Moser, worauf stützt sich Ihre These, demnach Michael Heger keinen Suizid verübt hat, sondern eventuell einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel?
Alexander Moser: Es gab bei den Ermittlungen deutliche Hinweise, dass der Vater sich nicht selbst getötet hat. Auch der Obduktionsbericht spricht keineswegs von einem Suizid durch Tabletten und Alkohol, auch wenn dies seinerzeit in der Presse so verlautbart wurde. Die offizielle Todesursache wurde in diesem Bericht nämlich mit "erheblichen Brust- und Lungenverletzungen" angegeben, wobei völlig unklar ist, woher diese stammen könnten.
Das bedeutet?
Moser: Ich habe den Obduktionsbericht durch einen Facharzt für Brustverletzungen überprüfen lassen und das erstaunliche Ergebnis war, dass Michael Heger auch nicht an diesen Verletzungen
gestorben sein kann. Die Todesursache ist daher weiterhin unklar. Allerdings wurde an der Innenseite einer Hand des Kindsvaters eine Einstichstelle entdeckt, an welcher etwas eingespritzt worden sein könnte. Dies ist aber nur durch ein toxikologisches Gutachten festzustellen, dessen Anfertigung auch von der Rechtsmedizin in Freiburg ausdrücklich angeregt, aber durch die Staatsanwaltschaft abgelehnt wurde.
Was ist Ihrer Ansicht nach tatsächlich geschehen?
Moser: Schwer zu sagen. Zahlreiche Spuren deuten darauf hin, dass sich der Vater von Felix nicht selbst tötete. So wurde beispielsweise neben der Leiche des Kindsvaters ein blutdurchtränkter Schnürsenkel gefunden, der nicht von den Schuhen des Vaters stammte. Dieser Schnürsenkel wurde durch die Rechtsmedizin lediglich der Länge nach vermessen, ansonsten fanden die doch eigentlich sehr nahe liegenden weiteren Untersuchungen, zum Beispiel, um wessen Blut es sich hier handelt, offenbar nicht statt. Da dieser Schnürsenkel nicht vom Vater stammte und sicherlich ausgeschlossen werden kann, dass er rein zufällig neben der Leiche lag, würde es mich schon interessieren, um wessen Blut es sich handelt. Nachdem das Auto des Kindsvaters auf einem Waldparkplatz gefunden wurde, haben sofort mehrere Hundertschaften der Polizei das Waldgebiet mehrere Tage durchkämmt, aber die Leiche des Vaters wurde nicht gefunden. Allerdings wurden zahlreiche Gegenstände gefunden, die dem Vater gehörten und irgendwie den Eindruck erweckten, als seien sie dort durch einen Dritten gut sichtbar deponiert worden. Die Leiche selbst wurde erst mehrere Wochen später entdeckt, und zwar in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug, also genau dort, wo die Hundertschaften der Polizei tagelang alles abgesucht haben. Nach alledem gehe ich davon aus, dass Michael Heger selbst Opfer eines Verbrechens wurde und er am Fundort nur abgelegt wurde. Daher ist auch kein Raum mehr für die Theorie der Ermittlungsbehörden, dass Heger seinen Sohn umbrachte, bevor er sich selbst tötete - wobei auch nicht unerwähnt bleiben darf, dass bis heute keinerlei Hinweise existieren, die auf eine Verletzung oder sogar den Tod von Felix schließen lassen. Felix ist einfach nur verschwunden. Möglicherweise wurde der Vater getötet, um Felix entführen zu können.
Sie haben die Wiederaufnahme des Falls bei der Staatsanwalt beantragt, weshalb?
Moser: Ich habe unter Darlegung der eben genannten Aspekte Strafanzeige wegen Mordes beziehungsweise Totschlag zum Nachteil des Kindsvaters und wegen Freiheitsberaubung zum Nachteil des Felix gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Baden-Baden erstattet und konnte erreichen, dass die Ermittlungsverfahren tatsächlich wieder aufgenommen wurden. Die Staatsanwaltschaft hat nun als erste Maßnahme ein neues Obduktionsgutachten in Auftrag gegeben.
Wie geht es nun weiter?
Moser: Ich hoffe, dass die Staatsanwaltschaft auch weitere Ermittlungen im näheren Umfeld des Vaters anstrengt, da die für den Tod des Kindsvaters verantwortlichen Täter sicherlich auch den Verbleib von Felix kennen.
Können Oftersheimer Bürger in der Sache eventuell weiterhelfen?
Moser: Unbedingt! Es ist vor allem wichtig, dass sich Menschen melden, die Michael Heger vor seinem Ableben gesehen beziehungsweise mit ihm gesprochen haben.
Wurde in der Angelegenheit zu früh auf eine falsche Spur gesetzt, gab es Ihres Erachtens nach Versäumnisse?
Moser: Nun, wie gesagt, ich bin der Meinung, dass das Ermittlungsverfahren wegen des Todes des Kindsvaters verfrüht eingestellt worden ist. Da nun aber die ganze Angelegenheit wieder aufgenommen wird, hoffe ich, dass wir doch noch Licht ins Dunkel bekommen!
Schwetzinger Zeitung 05. Januar 2010
dpa Pressemeldung vom 24.07.2009
Anwalt bezweifelt Selbstmord im Fall Felix
Baden-Baden - Dreieinhalb Jahre nach dem plötzlichen Verschwinden eines kleinen Jungen aus Oftersheim (Rhein-Neckar-Kreis) und dem Tod des Vaters zieht der Anwalt der Familie die bisherigen Ermittlungen der Polizei deutlich in Zweifel.
Weder gebe es Beweise für den Selbstmord des 39 Jahre alten Vaters noch sei klar, ob der Tod des Mannes in Zusammenhang stehe mit dem Verschwinden des damals zweijährigen Felix. »Es ist unklar, warum der Tod des Vaters auch auf das Ableben seines Sohnes schließen lassen soll«, sagte Rechtsanwalt Alexander Moser der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Hoffnung auf Wiederaufnahme der Ermittlungen
Der Jurist hofft auf eine Wiederaufnahme der Ermittlungen in dem Fall, der Anfang 2006 für bundesweites Aufsehen gesorgt hatte. Der Vater hatte Felix im Januar 2006 von seiner geschiedenen Frau abgeholt und nicht mehr zurückgebracht. Die Leiche des Mannes war später in Bühlertal (Kreis Rastatt) von einem Spaziergänger gefunden worden. Eine Obduktion hatte nach bisherigen offiziellen Angaben ergeben, dass er sich selbst getötet hatte.
Nach Angaben Mosers ermittelt die Staatsanwaltschaft im Fall »Felix« derzeit ebenso wenig wie im Fall des toten Vaters. »Dessen Tod ist mysteriös«, sagte Moser. Es weise derzeit nichts darauf hin, dass der Vater zunächst seinen Sohn und danach sich selbst getötet haben könnte. »Es spricht inzwischen alles dafür, dass der Vater weder Felix noch sich selbst umgebracht hat«, sagte der Anwalt. Sehr wahrscheinlich sei der Vater selbst Opfer eines Verbrechens geworden. »Und es ist nahe liegend, dass die für seinen Tod Verantwortlichen auch über den Verbleib von Felix Auskunft geben können.«
Erhebliche Verletzungen an Brust und Lungen
Nach Angaben Mosers ergibt sich aus dem Obduktionsbericht der Rechtsmedizin Freiburg, dass der Vater »sehr schnell durch erhebliche Verletzungen an der Brust und den Lungen« ums Leben kam. »Es wurde niemals ermittelt, woher diese tödliche Brustverletzung stammte«, gab Moser zu Bedenken und schloss einen Selbstmord »nahezu aus«. Zudem hätten die bei der Leiche gefundenen Schlaftabletten nicht zum Suizid führen können. »Das wurde auch durch die Herstellerfirma der Tabletten bestätigt.«
Moser geht noch weiter und schließt auch aus, dass der Vater überhaupt am Fundort seiner Leiche gestorben ist. Das Waldstück rund um das entdeckte Auto des Mannes sei mit Hundertschaften, Suchhunden und einem Hubschrauber erfolglos durchforstet worden. Erst sieben Wochen später habe ein Spaziergänger die Leiche gefunden - »genau dort, wo die Hundertschaften schon Wochen zuvor jeden Grashalm zweimal umgedreht hatten«.
Nach Mosers Theorie wurde die Leiche des Vaters am Fundort lediglich abgelegt. Das sieht die Staatsanwaltschaft bislang anders: Der Obduktion zufolge sei der Mann - vermutlich, nachdem er das Tabletten-Alkohol- Gemisch geschluckt hatte - gestürzt und habe sich schwer an Brustkorb und Lunge verletzt, hatte die Anklagebehörde bislang mitgeteilt. Fremdes Verschulden schloss die Staatsanwaltschaft stets aus.
(dpa) Pressemeldung

Landesschau SWR Sendung vom 21.07.2009
"Neues im Fall Felix"
http://www.swr.de/landesschau-bw
Der Beitrag ist noch für eine begrenzte Zeit bei der ARD Mediathek abrufbar.